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Meditation & MBSR

 

Meditative Verfahren & Body Scan

Meditative Verfahren und Body-Scan sind nicht auf Entspannung an sich ausgerichtet und sind insofern keine Entspannungsverfahren an sich. Beide Verfahren zählen zu den sogenannten formellen Achtsamkeitsübungen. In verschiedenen Studien wurde Ihnen der „Nebeneffekt“ einer entspannenden Wirkung nachgewiesen. Seit den 70-er Jahren werden Sie im Rahmen der Achtsamkeitsbasierten Stressreduktion nach Jon Kabat-Zinn auch als Entspannungsverfahren in der Verhaltenstherapie eingesetzt und erfreuen sich mehr und mehr an Beliebtheit.
Man unterscheidet dabei zwischen Meditationsverfahren im Sitzen, Liegen oder Gehen. Ankerpunkt aller Meditationen ist die achtsame Wahrnehmung des eigenen Atems (bewusstes Ein- und Ausatmen). Der Atem ist dabei eine stabile und feste Grundlage, zu der man „Zuflucht“ nehmen kann. Unabhängig von unserer „inneren Wetterlage“ – unseren Gedanken, Gefühlen und Wahrnehmungen – ist unser Atem wie ein „zuverlässiger Freund“, auf den wir immer wieder zurückgreifen können. Wann immer Sie sich „davon getragen“ fühlen, in tiefen Emotionen versunken sind oder in Ihre Sorgen und Projekte verstrickt sind, können Sie lernen, zu Ihrem Atem zurück zu kehren, um Ihren Geist zu sammeln und zu verankern.
Die Sitzmeditation findet – wie der Name sagt – im Sitzen statt. Während der Sitzmeditation sind wir uns dessen bewusst, was im jeweiligen Augenblick in uns vorgeht, sei es Schmerz, Wut, Frustration, Freude, Liebe oder Frieden. Wir sind ganz präsent, ohne uns von den Gefühlen davontragen zu lassen. Wir lassen sie kommen, da sein und wieder gehen. Wir brauchen sie nicht zu unterdrücken oder zu ignorieren. Vielmehr können wir die Gefühle, Gedanken und Bilder einfach beobachten und mit liebevoller Güte annehmen. Auch wenn sich Stürme in uns regen, bleiben wir ruhig und still.

 

Body Scan

Der sogenannte Body Scan ist eine Übungsmethode aus der Mindfulness Based Stress Reduction (MBSR) (zu Deutsch: Stressbewältigung durch Achtsamkeit) nach Jon Kabat-Zinn. Die Übungen, die auf der Schulung von Achtsamkeit und Meditation beruhen wurden für Menschen entwickelt, die unter starker Belastung stehen, unter Schmerzen oder schweren chronischen Erkrankungen leiden, sowie für Menschen, die Stress (beruflich und/oder privat) oder gar einen „Burn-out“ erleben.

Ziele des MBSR sind:
• wieder mit sich selbst in Kontakt kommen
• mehr Bewusstheit, emotionale Stabilität, Konzentration und Präsenz entwickeln
• die Ursachen von Belastungen, persönliche Stress- und Reaktionsmuster und Stress-Symptome erkennen und sich Bewältigungsfähigkeiten aneignen, mit den vielfältigen und oft nicht vorhersehbaren Herausforderungen des Lebens angemessen umzugehen
• neue Perspektiven, Erkenntnisse, Wege und Handlungsalternativen entdecken, die es ermöglichen, das eigene Leben langfristig zufriedener, gesünder, entspannter und sinnerfüllter zu gestalten.

Der Body-Scan gleicht auf den ersten Blick Entspannungsübungen (wie z. B. PMR, AT). Auch hier geht es darum, in einer entspannten Position zu liegen oder zu sitzen, die Augen zu schließen oder den Blick zu senken und sich dann auf verschiedene Partien des Körpers zu konzentrieren.
Eine der Unterschiede zwischen den üblicherweise verwendeten Entspannungsstrategien und dem Body-Scan besteht darin, dass Letzterer nicht auf Entspannung an sich ausgerichtet ist. Auch wenn die meisten Menschen, die Body-Scan ausprobieren, berichten, sie seien während der Übung und noch einige Zeit danach entspannt, geht es beim Body-Scan darum, unter Verwendung von Achtsamkeit aufmerksam auf den Atem und den Körper zu achten, sich der verschiedenen Körperpartien nach und nach gewahr zu werden und einfach zu beobachten und anzunehmen, welche Empfindungen dort jeweils ausgemacht werden können. Der Body-Scan ist somit ebenfalls eine formelle Achtsamkeitsübung, dient der Fähigkeit, Innezuhalten, zu sich selbst zurück zu kehren, einer differenzierten Wahrnehmung von Körperempfindungen ohne Bewertung und damit dem Annehmen und Akzeptieren von dem, was gerade ist.

 

Datum der letzten Aktualisierung

Juli 2014

 

 

 
 
     

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